Keine Psychosprüche


Kinder schlagen auch Erwachsene.
Immer wieder werde ich gefragt, wie „man“ mit der Gewalt Kinder/Jugendlicher gegen Erzieher, Lehrkräfte, Eltern umgehen solle.

Was tun?

Rücksicht nehmen vor allem, wenn das schlagende Kind psychisch belastet oder „einfach neben der Spur“ ist?

Was ich hier in diesem Blog und in meinen Büchern bereits mehrfach betont habe, sei nochmals dick unterstrichen:
Bei der Bearbeitung kindlicher Aggressionen gegen Erwachsene werden oft psychologisch gut gemeinte Appelle laut. Im Hinblick auf psychische Engpässe junger Aggressoren sei Nachsicht zu üben.
In den mittlerweile über zwei Jahrzehnten meiner psychologischen Arbeitspraxis bin ich mit solcherlei Nachsichten nie gut gefahren.

Es kann passieren, dass vor allem Kinder mit therapeutischer Karriere ihre Betreuer rücksichtslos angreifen und dann selbst gern psychologische Erklärungsmuster aufbieten. So begründen sie ihre Attacken.

Unbenannt
Vor einigen Jahren trat einmal ein achtjähriger Junge seiner Betreuerin in den Bauch und erklärte mir kurz danach, dass er damit seinen „Mutterfrust“ auf die Betreuerin übertragen habe.
Ich halte diese fixe Erklärungsbereitschaft für ein großes Verhängnis, weil sie die therapeutische Bearbeitung der aggressiven Symptomatik gravierend einschränken kann. Das Kind hat einen „Grund“, den „Mutterfrust“, und damit eine Rechtfertigung.
Für Gewalt darf es keine Rechtfertigung geben!
Gewalt muss korrektiv bearbeitet werden und darf an dummen Psychosprüchen keine Tankstelle finden!

Advertisements

Still wars.


Still wars in den letzten zwei Wochen – keine Zuschrift, keine Anfrage.

Und doch melde ich mich.

Denn gern nutze ich die Gelegenheit, uns allen für das vor uns liegende Jahr Optimismus und Lebensfreude zu wünschen.

Am 18. Januar 2015 ist der neue Eintrag hier in diesem Blog zu erwarten.

Liebe Grüße

Anton Hergenhan