Lob – süchtig?


Eine Erziehrin schrieb mir am vergangenen Montag:

Klar, dass man als Erzieherin loben muss. Es gehört zu unserem Job. … [nach langen Ausführungen zum „Hortalltag“] … denn zugleich bin ich Mutter. Manchmal hab ich das Gefühl, dass mein Mann doch recht hat, wenn er sagt, dass zu viel Lob süchtig machen kann. Im Blog betonen Sie immer wieder, wie wichtig das Lob ist. Irgendwie bin ich da gespalten, denn wenn mein Kleiner mich fragt, ob er das oder jenes gut gemacht hab, denk ich mein Mann hat recht.

 

Liebe Kollegin, richtig, ich betone tatsächlich hier im Blog und in meinen Büchern, „wie wichtig das Lob ist“. Und wenn Ihr „Kleiner“ um ihr Lob ersucht, signalisiert er nach meinem Dafürhalten keine Suchtsymptomatik, sondern jenes „gesunde“ Bedürfnis, das in uns allen, auch in Ihnen und in Ihrem Mann, lebendig ist: Wir wollen von unserer unmittelbaren Umwelt positives Feedback.

Und dass wir dies immer wieder wollen, schürt in mir keineswegs den Verdacht, wir seien suchtgefährdet. Dieser Verdacht ereilt uns ja auch nicht angesichts der Tatsache, dass wir täglich essen.

Lob, positive Verstärkung, anerkennendes Feedback sind Seelennahrung. Seien Sie stolz auf Ihren „Kleinen“: Er verlangt nach dieser Nahrung direkt und unverfälscht.

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Nochmals „ficken“


Liebe Blog-Leser,

ganz gegen meinen Stil meldet sich erst jetzt mein Beitrag – eine Woche später.

Der Grund?

Zum einen erhielt ich keine Zuschrift und zum anderen wuchs mir die Arbeit regelrecht über den Kopf.

Am vergangenen Mittwoch allerdings traf eine Mail von einem Vater ein.

Ich kopiere sie direkt hierher:

… warum ich seit einiger Zeit den Blog hier lese. Ich muss echt sagen, dass mir der Blog übers „ficken“ total unter die Haut ging. Mein Sohn gebraucht in letzter Zeit immer wieder soche Wörter. In letzter Zeit sogar mir gegenüber. Als er mir das letzte mal gesagt hat „fick dich“, hab ich ihm eine geklatscht mitten ins Gesicht. Meine Frau hat „MORDIO“ geschrien. Wir haben gestritten, unser Sohn hat alles mitbekommen. Nachher hab ich ihr den Blog gezeigt mit dem ficken. Wir haben uns dann mit unserm Sohnemann am andern Tag hingesetzt und besprochen, was ficken ist, haben ihm solche Fragen gestellt wie im Blog. Es war ein super Gespräch. Er sagt das jetzt nicht mehr, weil er weiß, dass wir was schönes gemacht haben, damit er auf die Welt gekommen ist. …

Liebe Blog-Leser,

ich bin total stolz. Mehr will ich dazu nicht kommentieren.